Die Oberkasseler Steinbruch-Familien und deren Unternehmen

1. Adrian

Johann Gabriel Adrian verheiratet mit Odilia Adrian geb. Sülzen, eröffnete als erster um das Jahr 1838 am Stingenberg einen Steinbruch, in dem im Laufe der Zeit bis zu 50 Arbeiter beschäftigt werden konnten. Die Produktion erstreckte sich auf handgeschlagenen Kleinschlag zum Wegebau, aber auch auf Pflastersteine zum Einbau in Straßen und auf Säulen und Senksteine, die in verhältnismäßig großen Mengen bei Werftanlagen (Kaimauern) längs der Rheinufer größerer Städte, z.B. Bonn, Köln und Düsseldorf Verwendung fanden.

Er setzte auch die von seinem Großvater geschlossene Verbindung mit der Bergisch-Gladbacher Papierindustrie fort. Auch er unterhielt einen Stapelplatz für weiße Lumpen. Diese wurden ebenfalls in regelmäßigen Abständen nach Bergisch-Gladbach überführt. Aber bereits in den 50er Jahren wurde die Geschäftsverbindung mit den Papierfabrikanten eingestellt, weil sie sich nicht mehr lohnte.

Er starb im Alter von 83 Jahren und wurde auf dem Friedhof neben dem Bürgermeisteramt, dessen Geländer er 1855 der evangelischen Kirchengemeinde gestiftet hatte, beerdigt. Sein Sohn Johann Peter erwarb den Steinbruch Limberg bei Heisterbacherrott.

Bei der Vermögensteilung, die noch zu Lebzeiten des Vaters im Jahre 1856 erfolgte, übernahm sein Sohn, Johann Jakob Adrian, verheiratet mit Wilhelmine Becker, den Steinbruch am „Stingenberg", und als Teilhaber trat dessen Schwager, Rudolf Uhrmacher, in das Geschäft ein. Als dieser starb, verwaltete Jakob Adrian auch den Geschäftsanteil seiner verwitweten Schwester.

ein Jahr vor seinem hochbetagten Vater starb Jakob Adrian 1873. Im gleichen Jahr trat Peter Uhrmacher als Geschäftsführer ein, der ein Sohn des verstorbenen Rudolf Uhrmacher war. Dieser leitete das Geschäft für seine Mutter und für seine Tante, die Witwe des verstorbenen

J.G. Adrian (Mitte) mit Bürgermeister
Nücker (re.) und Direktor Heel.

Jakob Adrian, vom Jahre 1880 als der Senior-Chef der Firma J. G. Adrian, Johann Gabriel Adrian d. J., als Vertreter seiner Mutter mit Peter Uhrmacher das Unternehmen gemeinsam führte. Von ihrem Schwager, Karl Adrian, kaufte die Witwe Jakob Adrian im Jahre 1881 den Steinbruch Limberg bei Heisterbacherrott, den ihr Sohn, Johann Gabriel Adrian, im Jahre 1886 von seiner Mutter zum persönlichem Eigentume erwarb. Er schied gleichzeitig aus der Geschäftsführertätigkeit am Stingenberg aus. Später übernahm Peter Uhrmacher diesen letztgenannten Steinbruch, den er nach dem Ausscheiden J. G. Adrians allein verwaltet hatte, auf eigene Rechnung (Anfang der 1890er Jahre).

Hiermit endete der Besitz der Firma J. G. Adrian an Steinbrüchen auf Oberkasseler Gemeindegebiet. Nur kleinere Betriebe in der Nähe von Heisterbacherrott behielt sie im Rheingebiet. Ihr Weg wies sie nunmehr zum Westerwald mit seinem hochbedeutsamen Basaltvorkommen.

Und dieser Weg war reich an Erfolgen, sodass sie damals zu den ersten und angesehensten Firmen der Westdeutschen Basalt-Industrie in Privatbesitzen gehörte.

An ihrer Spitze stand der damals mehr als achtzigjährige Johann Gabriel Adrian, der in selten körperlicher und geistiger Rüstigkeit lebte und nicht nur an seinen Berufsfragen, sondern auch am großen Geschehen der damaligen Zeit regen Anteil nahm.

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