Die rechtsrheinische Basaltindustrie

Die hauptsächlichen Basaltvorkommen in Westdeutschland waren oder sind im Westerwald und mit seinen Ausläufern ins Siegerland, das Rhein- und das Lahntal usw., die Eifel und der Hunsrück. Hier geht es um die einzelnen Firmen, bzw. derer, die sich darin versucht haben, um die Erfolge und Misserfolge. Um darzulegen, wie schwer der Basaltabbau war, um ihn rentabel abzubauen. Viele haben zu dieser Zeit auf eigene Faust versucht, ihre Produkte auf den Mark zu bringen und es wurde dabei sehr viel Kapital vernichtet.

Hier geht es um den Basaltabbau im Siebengebirge, der ein Ausläufer des Westerwaldes ist.

Als erstes geht es um den Finkenberg (Gemeinde Limperich) im Amt Beuel.

Der Holländer Langenfeld hatte dort auf der Westseite begonnen. Ein Jakob Baur aus Oberkassel hatte für Ihn die Ausbeutung und Abfuhr übernommen. Aus dem Finkenberg wurden vorwiegend Senksteine für Wasserbauten in Holland, für die großer Bedarf bestand, gefördert. Diese wurden in Oberkassel über Pferdefuhrwerke auf Schiffe am Rhein verladen.

Wegen Unrentabilität für den Holländer Langenfeld wurde er dann von Herrn Lürges aus Bonn erworben. Dieser hatte einen Steinbruch neben dem von Langenfeld und gemeinschaftlich mit dem Mauermeister Pütz. Herr Pütz hatte noch weitere benachbarte Parzellen zusammengekauft und hatte damit aber keinen Erfolg.

Dann nahm er Herrn Adolf Lürges als Teilhaber auf, um die nötigen Mittel und Gelände zu bekommen. Beide verloren viel Geld und Herr Pütz wurde dadurch mittellos. Aber das Vorkommen lag sehr günstig zur damaligen Bahnverladung, da er mit Pferdekarren sofort in die Waggons gekippt wurde und eine sehr günstige Frachtlage zu den Absatzgebieten im Rheinland und Westfalen hatte. Es wurde sogar eine Kleinbahn zum Rhein angelegt, um die billigeren Wassertransporte und das damals lukrative Hollandgeschäft kostensparender nutzen zu können. Dennoch blieben Sie erfolglos. Lürges verkaufte später den Betrieb an die Gemeinde Beuel, die dann darin ihre Erwerbslosen beschäftigte und Material für den Eigeneinbedarf förderte.

Als Nachfolger am Finkenberg versuchte sich ein Herr Endres, der dort ein Bauerngut mit Steinbruchgelände besaß. Nachdem er aber alles verloren hatte, verkaufte er den Steinbruch an die Gebrüder Uhrmacher (Christian und Jean Uhrmacher). Die Gebrüder Uhrmacher bauten die Basaltvorkommen in dem Gelände vollkommen ab.

Es folgte Aloisius Bauer, der ein schönes Gut und viele Weinberge besaß. Bauer eröffnete den Steinbruch auf seinem Grund und Boden, musste ihn aber an die Firma Engert verkaufen, die sich mit dem Baumeister Lapp aus Köln, später Alleinbesitzer, zusammenschließen musste. Herr Lapp verpachtete den Betrieb dem Buchhalter Höller, der den Betrieb aber wieder einstellen musste, nachdem auch er sein ganzes Kapital verloren hatte.

Anschließend pachtete ihn die Firma Gebr. Uhrmacher, bis er nach der Geschäftsteilung vorgenannter Firma von Herrn Lapp der Basalt-Aktien-Gesellschaft (BAG) Linz verkauft wurde, die ihn nur noch als Krotzen- und Senksteinbetrieb nutzte, bis sie ihn bald darauf stilllegte.

Die Limpericher Berge waren meist ausgebeutet und viel Kapital war verloren gegangen.

Weiter südlich in Küdinghoven und Ramersdorf gab es kleinere Betriebe, die das gleiche Schicksal wie in Limperich ereilte. Die Betreiber waren neben der Kalker-Industrie, einer Bonner Firma, Herr Büsgen, Rudolf Uhrmacher und andere.

Die Ländereien der heutigen Steinbrüche von Oberkassel waren damals ursprünglich in Besitz vor allem des Fürsten von Salm-Reifferscheid-Dyk und Baron von Franck, die diese auch verpachteten. Die älteste gewerbsmäßige Ausnutzung Oberkasseler Steinbrüche lag östlich von der heutigen Wallachei an den Südhängen eines nach Osten sich hinziehenden Bergrückens, des Rückesbergs (Rökeschberg) und werden bereits 1789 erwähnt. Es waren kleinere Betriebe, die man vom Landesherrn, dem Herzog von Berg, für 2 Goldgulden (etwa € 6,87) pachtete und dort nach Belieben arbeiten konnte, aber den dadurch entstandenen Schaden dem Eigentümer ersetzte.

Seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts verlagerte sich der Basaltbergbau auf die Hänge zwischen Haupt- und Niederterrasse. Als bedeutendster Steinbruch wird 1822 das Rauchloch urkundlich erwähnt. Er gehörte damals noch dem Fürsten Salm-Reifferscheidt-Dyk.

Bei Oberkassel, wo größere Vorkommen waren, von denen eines dem Baron Frank gehörte, der es an Viktor Hahn aus Aachen weiterverkaufte. Herr Hahn erschloss dort die heutige Dornhecke und Kommerzienrat Herfeld aus Andernach übernahm den Betrieb später selbst. Herzfeld hatte seinem Verwandten Hahn das Kapital geliehen und übernahm deshalb später die Betriebsführung der Dornhecke selbst, getätigten um seine Investitionen wieder hereinzuholen. Ein paar Jahre später verpachtete er den Betrieb an die Firma Gebr. Uhrmacher. Diese kauften ihn später und anschließend ging er in den Besitz von Jean Uhrmacher über.

Neben diesem Steinbruchbetrieb lag der von Herrn Arenz und Johann Gabriel Uhrmacher, der bei einer Auseinandersetzung zwischen beiden an Arenz allein fiel. Arenz verkaufte ihn an die Firma Christian Uhrmacher Sen., nachdem er sich vergeblich darin versuchte. Aber auch Christian Uhrmacher Sen. blieb dort erfolglos. Dieser war der Großonkel der Begründer Christian und Jean Uhrmacher. Christian Uhrmacher betrieb die Firma Christian Uhrmacher und Söhne.

Christian Uhrmacher Sen. war Großunternehmer und besaß neben der Dornhecke auch noch folgende Steinbruchbetriebe:

Das Matschloch, das Höllenloch, die Wallachei, einen Teil des Rauchloches, die Rabenley, die Luh und die Berhovener Ley. Sämtliche Betriebe hatten sehr gutes Material und es wurde dort mit den möglichsten Aufwendungen gearbeitet. Die Firma Chr. Uhrmacher Sen., damals das größte Steinunternehmen am Rhein, musste seine Betriebe später an die Rhein- Provinzial Basaltwerke verkaufen. Den Rhein- Provinzial Basaltwerken ging es mehr darum, ihrem eigenen Bedarf zu decken als Geld zu verdienen.

Ein großer Teil des Rauchloches neben dem von Chr. Uhrmacher Sen. gehörte Herrn Aloisius Bauer, der hier auch keinen Erfolg hatte und den Bruch an Johannes Schönzel verkaufte. Herr Schönzel betrieb den Abbau mit viel Aufwand und mit guten Pferden, musste ihn dann aber an seinen Verwalter Jos. Elles abtreten. Dieser verkaufte ihn weiter an die Westerburger Basaltindustrie. Die Westerburger Basaltindustrie meldete kurze Zeit später Ihren Konkurs an.

Jetzt folgte die Fuchskaule, die Rudolf Rhein gehörte und der sie zur Schuldenabdeckung an Adam Uhrmacher abtrat. Nach dessen Tod wurde die Fuchskaule durch seine Erben Rudolf Uhrmacher und die Gebr. Uhrmacher betrieben. Die Fuchskaule wurde komplett von Ihnen ausgebeutet und Jean Uhrmacher errichtete dort später den Märchensee mit Naturtheater mit Hotel Hubertushaus als Ausflugs- und Erholungsort.

Aloisius Bauer betrieb neben der Fuchskaule einen weiteren Betrieb, den er an Peter Bauer verkaufte. Peter Bauer betrieb ihn aber auch nicht lange und später ging er in den Besitz von Jean Uhrmacher über.

Als nächster Steinbruch ist zu erwähnen der Stingenberg, der zuletzt der Familie Adrian und Familie Uhrmacher gehörte und später der in die Firma Peter Uhrmacher überging.

Neben dem Stingenberg liegt die Berghovener Ley, die zuerst im Besitz von Johann Gabriel Uhrmacher und Heinrich Arenz war. Später ging Sie in den Besitz von Peter Uhrmacher und seiner Schwester Anna Uhrmacher über. Danach folgten die Erben Johann Gabriel Uhrmacher und die Gebrüder Jülich, welche Ihn wiederum an die Westerburger Basaltindustrie verkauften, die ja in besagten Konkurs ging. Nach der Stillegung der Berghovener Ley erwarb die Gemeine Oberkassel das Gelände.

Ebenfalls erfolglos betätigten sich an der Oberkasseler Basaltindustrie: Die Gebr. Weinstock am Steinbruch an der Igel. Hermann Henscheid, Johann Bonn, Jakob Baur, Wilhelm Arenz und Familie Uhrmacher mit dem Steinbruch an der Pützgasse.

Am südlichsten lag der Jungfernberg, der von Jakob Bläsgen in Stieldorf erschlossen wurde und später an die Gebr. Uhrmacher verkauft wurde.

Der Jungfernberg hatte gutes Plattenmaterial, welches sich zur Pflaster- und hauptsächlich für Bordsteine und Senksteine eignete. Die Stadt Köln hat Teile ihrer Kaimauern davon gebaut.

Peter Uhrmacher Sen. schloss danach noch einen Bruch auf, der auch ausgebeutet wurde.

Von allen Steinbrüchen wurden die Dornhecke von Jean Uhrmacher und der Stingenberg von Peter Uhrmacher am längsten betrieben.

Nach Oberkassel folgte die Dollendorfer Hardt, welchen die Firma Dahlhausen & Co. erfolglos einstellen musste.

Nun zum Siebengebirge.

Im Steinbruch am Petersberg, der von folgenden Firmen betrieben wurde: Wagner, Zicke, Dr. Lange, Dahlhausen & Co., Alber, Jakob Meiers & Co., hier wurde zwar gutes Steinbruchmaterial abgebaut, er musste aber trotzdem wegen Unrentabilität und hohen Verlusten eingestellt werden.

An der Nordseite des Petersberg betrieb die Rheinprovinz kurz einen weiteren Bruch erfolglos, der bald eingestellt wurde.

Ebenso weitere Brüche wie der kleine Ölberg, Stüss, Steinringsberg, Wiese und der Scharfenberg.

Der große Ölberg wurde von Christian Uhrmacher Sen. erschlossen und ging anschließend in den Besitz von Merkens & Lück über, welche auch hier keinen Erfolg hatten.

Die Firma Wager versuchte sich am Weilberg gefolgt von Christian Uhrmacher Sen. und später durch die englische Firma Johnston & Co. Letztendlich kaufte die BAG Linz diesen Steinbruch.

Die Steinbrüche der Stüss wurde von Jakob Arenz und der Steinringeberg von Jakob Meiers erschlossen, die beide später an die Firma Gebr. Uhrmacher übergingen.

Beide Brüche verkauften die Erben Christian Uhrmacher & Söhne an eine Gewerkschaft Fritz, die eine baldige Stillegung nicht vermeiden konnten.

Der Bruch Wiese wurde von Karl Adrian an J.G. Adrian verkauft, der neben diesem auch noch den Bruch Scharfenberg betrieb.

Im Steinbruch Geissenknippchen war Peter Bauer tätig, der Ihn an die BAG Linz verkaufen musste.

Herr Spindler betrieb den Steinbruch Grengelsbitze erfolglos.

Als das Siebengebirge dann unter Naturschutz gestellt wurde, waren schon alle Steinbruchbetriebe stillgelegt.

Nördlich von Oberpleis in Uthweiler und am Hühnerberg erschloss die Firma Frans Meys Sen. zwei Betriebe, die diese später an den Bruder Frans Meys abgetreten werden mussten. Dieser war auch erfolglos und überließ die Betriebe dann seinem Schwiegersohn, Rechtsanwalt Clefisch in Köln, der sie dann an die Gewerkschaft Albert in Bonn verkaufte, und bis zuletzt den Bruch Hühnerberg betrieb, während Uthweiler stillgelegt wurde. An diesem schloss sich ein weiterer Bruch an, der von Peter Heuser (damaliger Bürgermeister von Oberpleis), und Herrn Fehr aus Wiesbaden betrieben wurde. Er ging später in den Besitz der Gemeinde Oberpleis über und wurde von dieser an die Gewerkschaft Albert und die Basalt-Aktiengesellschaft Linz verpachtet.

Abschließend ging alle Kraft und alles Material verloren, welches in über 100 Jahren für die Steinbrüche aufgewendet worden war. Die fleißigen Unternehmer, die mit allen Mitteln alles versucht haben, konnten trotz allem keinen großen Erfolg erzielen und nur ganz wenige konnten sich behaupten, und wechselten später in den Westerwald, um dort unentwegt weiterzukämpfen und den Ausbau der heutigen Basalt-Industrie weiter zu entwickelten und zu festigen.

Die älteste Familie, die durch mehrere Generation in der Basalt-Industrie und der Steinindustrie sich behaupten konnte war die Familie Uhrmacher und deren Firmen.

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Auszug aus der Wegekarte der Bürgermeisterei Oberkassel nach Peters von 1908 
mit den Steinbrüchen und dem Verlauf der Eisenbahnlinien vom Rhein zur Rabenley und zur Dornhecke

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