Was ist Basalt und wofür wurde er verwendet?

Der Name Basalt kommt aus der Beschreibung eines vergleichbaren Steines, den die alten Ägypter in Äthiopien entdeckt haben. Sie nannten Ihn „basaltes" und dieser Name wurde von Agricola übernommen, der mit deutschem Namen Georg Bauer hieß, und der ein berühmter Arzt und Mineraloge war. Geboren wurde er 1494.

Basalt ist in den Zeiten des Vulkanismus im Tertiär vor ca. 70 Millionen bis 1 Millionen Jahre entstanden. Zu Beginn vulkanischer Aktivitäten werden erst große Mengen lockeren Gesteins verschiedener Zusammensetzung, die sogenannten Tuffe, aus dem Erdinneren geschleudert, die sich auf der Erdoberfläche in teils mächtigen Schichten niederschlagen. An dem entstehenden Trichter, die sich ebenfalls mit Tuff füllen, folgt der glühende Magmastrom. Dadurch entsteht über dem Trichterrand aus den lockeren Tuffformationen der Basalt.

Basalt entsteht aber auch in unterschiedlicher Form und Beschaffenheit, die für den späteren Abbau wichtig ist. Es kann zu Säulen-, Plattenbildung und Klüftung entstehen. Außerdem kommt es auch noch auf die Form der Ausbreitung an wie Gang, Stock, Trichter und Lager.

Basalt hat ein sehr hohes spezifisches Gewicht und Druckfestigkeit und verwittert kaum.

Erste Verwendung für Basalt wurde in der jüngeren Steinzeit (5000 – 2000 v. Chr.) nachgewiesen. Er wurde damals für Reibsteine zum Zermalen von Brotgetreide verwendet.

Erst die Römer bauten ihn in der Eifel regelrecht ab, für den Ausbau der Handelsstraßen sowie Befestigungsanlagen, Tempelanlagen, Villen und Bauernhöfe als Fundamentmaterial oder Baustein. Aber auch wegen seiner Haltbarkeit als Werkstoff für Särge und Weihealtäre.

Die Mahlsteine, die wir aus der jüngeren Steinzeit kennen, wurden zur Römerzeit für Handmühlen und Mahlmühlen weiterentwickelt und fanden dort Verwendung.

In der Frankenzeit kam es zu starken Völkerwanderungen, die den Untergang des römischen Reiches und somit auch des rheinischen Basaltabbaues hervorriefen.

Erst im Mittelalter ab etwa dem 10. Jahrhundert entwickelte sich eine neue Blütezeit für das Basaltgewerbe. Es war der zunehmende Bedarf an Festungsbausteinen und Burgen und zwar für deren Aufbau, also nicht mehr nur für Fundamente.

Im 12. Jahrhundert kam die einsetzende Gründung von Städten hinzu, die großen Bedarf an Basalt für Ihre gewaltigen Ring- und Stadtmauern hatten. Die einsetzenden Kirchbauten in Köln und an der Laacher Abteikirche trugen ihr übriges dazu bei.

Aber auch Steingeschosse aus Basalt wurden für militärische Zwecke gefertigt, sowie Wege- und Grabkreuze.

Für den wirtschaftlichen Abbau von Basalt war die Transportfrage ein entscheidendes Kriterium. Deshalb hatte Basalt bis zu Beginn des 19. Jahrhundert überwiegend nur lokale Bedeutung und konnte nur in der unmittelbarer Nähe zum Rhein gelegenen Steinbrüchen erfolgen. Aber auch die Handelspolitik des späten Mittelalters und der führen Neuzeit beeinflussten den Abbau von Basalt nachteilig. Es waren die Rheinzölle, die das Material merklich verteuerten sowie das Stapelrecht.

Im 15. Jahrhundert erlegte die Stadt Köln auf Steinmaterial die sogenannte Akzise.

Die Handelsbeschränkungen fielen erst im 19. Jahrhundert weg, nachdem 1803 alle Rheinzölle abgeschafft worden waren, aber erst 1869 war die völlige Freiheit der Schifffahrt bis ins offene Meer möglich.

Das Steingewerbe war in Zünften organisiert und hörte zur Hämmerzunft.

Ab dem 19. Jahrhundert gewann der Basalt an überregionale Bedeutung. Ausschlaggebend hierfür war die Regulierung der natürlichen Wasserläufe, um die Anlieger vor Überflutungsschäden zu bewahren und die Nutzung des Rheins als Schifffahrtswege zu sichern. Das Wasser sollte durch starke Uferbefestigungen in seinem Flussbett gehalten werden.

Die Erfindung der Dampfmaschine war ein wichtiger Impuls für die geplante Flussregulierung. Im Mündungsgebiet des Rheins in Holland wurden umfangreiche Deich- und Hafenbauten sowie Küstenschutzmaßnahmen durchgeführt. Basalt war wegen seiner Druckfestigkeit und Beständigkeit bestens gegen Seewasser als Wasserbaustein geeignet.

Hiefür wurde vorwiegend Säulenbasalt für den Wasserbau eingesetzt.

Auch die Rheinstädte Koblenz, Köln, Düsseldorf, Ruhrort und Wesel setzten ab 1830 für Ihre Werft- und Hafenanlagen Basalt ein.

Ab 1870 war die Marineverwaltung einer der Großabnehmer für Ihre Küstenbefestigungen der Nord- und Ostsee und Kriegshäfen der Marine für Basalt. Auch Bremen setzte für die Errichtung von Kaimauern, Schleusen und Dockanlagen Basalt ein. Der Hindenburgdamm, der zwischen 1923 bis 1927 gebaut wurde und die Insel Sylt mit dem Festland verbindet, ist aus Basalt. Basaltschotter wurde hier für Gleisbettung der Eisenbahnlinien eingesetzt.

Die Trockenlegung der Zuidersee um 1880 war ohne Basalt undenkbar.

Hinzu kam der systematische Ausbau des Straßennetzes, von Napoleon umgesetzt, setzte die preußische Verwaltung dies fort. Ab 1827 wurden die Landstraßen am Rhein gebaut, von Rhens über Koblenz nach Bonn, im Brohl- und Ahrtal bis Neuwied und Linz.

Für den einsetzenden Autoverkehr wurde Basalt für den Straßenunterbau und zur Widerstandsfähigkeit der Straßendecke eingesetzt. Die Straßendecke bestand aus einer Packung von Grob- und darüber liegendem Kleinschotter. So fand auch das Abfallprodukt bei der Basaltgewinnung – Schotter – eine sinnvolle Verwendung.

Für den Straßenausbau der Städte mit Pflastersteinen und Bordsteinen, deren Bürgersteige und Abdeckung mit Platten oder Kleinpflaster benötigte man Basalt.

Im Eisenbahnbau, der um 1830 einsetzte, eröffnete neue Absatzgebiete zur Fundamentierung und als Baustein für Tunnel, Brücken, Viadukte und Bahnhöfen. Die Gleisbettung wurde mit Basaltschotter als wichtigstes Gleisbettungsmaterial gefertigt.

Aber die Basaltunternehmer hatten auch schwer zu kämpfen. Einerseits unter Preisdruck, anderseits die Wirtschaftlichkeit auf nahe gelegene Transportwege, die bald durch Pferdefuhrwerke nicht mehr geleistet werden konnten, führte auch die Verschiedenartigkeit der Basaltvorkommen zu einer Zusammenlegung der Brüche. Alleine eine flexible Anpassung an den Bedarf machte dies Notwendig. Hierdurch war es notwendig, durch kurzfristige Ausweichmöglichkeiten durch das Zusammentreffen vieler Umstände, ein Abbau ohne lange Ausfallzeiten für die Gewinnung des Basalts zu ermöglichen.

Hierzu kam es zu Zusammenschlüssen von Basaltunternehmen und zur Gründung von neuen Gesellschaften, den Basalt-Aktien-Gesellschaften, wie sie in Oberkassel und Linz entstanden.

Erst die Entwicklung neuer Maschinen durch die Industrialisierung machte auch einen Abbau außerhalb des Rheinflusses möglich und die Betriebe verlagerten sich bis in den Westerwald.

Es waren nicht nur Eisenbahnen für den Transport und Dampfmaschinen zur Verarbeitung, sondern auch Steinbrecher, die das Material zerkleinerten. Die so entlasteten Steinbrucharbeiter konnten somit an anderer Stelle sinnvoller und rentabler eingesetzt werden.

Von den Basaltunternehmern wurden Kleinbahnen eingesetzt, die an das staatliche Schienennetz angeschlossen wurden und den Transport auf Waggons des gefragten Materials übernahmen oder in Verladestationen auf die staatlichen Eisenbahnen umgeladen wurden.

zurück
weiter
Startseite